Kakteen – was stachelt denn da?

Kaktus

© romaset – Fotolia.com (#263269493 – Collection beautiful prickly cacti in the greenhouse) Kakteen gehören zu den Sukkulenten.

Wenn von nelkenartigen Bedecktsamern die Rede ist, dann wissen Sie sofort: Hier handelt es sich um … ja, was eigentlich? Ach ja, Kakteen natürlich! Die Kakteengewächse gehören nämlich zur Ordnung der Nelkenartigen und zur Klasse der Bedecktsamer. Eine weitere Unterordnung sind die Eudikotyledonen – aber das müssen Sie sich nicht merken. Dafür hätten wir einiges andere Wissenswerte über Kakteen.

Kakteen – ein kurzer Rundumblick

Interessanter ist da schon, dass Kakteen zu den Sukkulenten gehören. Sukkulenten sind Pflanzen, die Wasser in sich speichern und somit lange Zeit ohne Flüssigkeit leben können. Deswegen sind die meisten Kakteen auch in Wüstengebieten zu finden. Aber auch in Gebirgen und Savannen findet man diese Pflanzen. Heimisch sind sie übrigens ausschließlich auf dem amerikanischen Kontinent – hier aber dann weit verbreitet. Von Kanada bis nach Argentinien sind sie vor allem in den trockenen Gebieten heimisch.

Würden wir Sie fragen, wie viele Kakteenarten es denn ungefähr gibt, was wäre Ihre Antwort? Wenn Sie mehrere 1.000 sagen würden, dann ist das ein bisschen zu hoch gegriffen. Tatsächlich sind es rund 200. Bis zur Entdeckung Amerikas kannte man diese Pflanzen in der restlichen Welt nicht, dann hat sie Christoph Kolumbus nach Europa gebracht. Und dort wurden sie bestaunt, denn Kakteen haben keine Blätter, sondern Stacheln – und das kannte man bisher nicht.

Halt! Falsch! Kakteen haben eben keine Stacheln. Das, was da so vorwitzig aus dem grünen Korpus schaut, sind Areolen. Dabei handelt es sich eigentlich um Blätter, die der Kaktus im Laufe der Zeit zu seinem Schutz verkümmern ließ. So kann er auch unter widrigen Umständen überleben, weil er wenig Wasser braucht. Gleichzeitig schützt er sich so vor Fressfeinden. Diese Areolen sind also keine Stacheln sondern Dornen.

Kakteen auf der heimischen Fensterbank

Gleich mal vorweg: Kakteen sind in unseren Breitengraden für den Garten kaum geeignet. Auch wenn es einige winterharte Typen gibt, brauchen diese einen zusätzlichen Schutz. Da stellen wir uns die kleinen stacheligen, pardon, dornigen Freunde doch lieber auf die Fensterbank, oder?

Eigentlich sind Kakteen pflegeleicht, denn sie brauchen kaum Wasser und können so auch mal mehrere Wochen ohne Pflege auskommen. Dennoch sollten Sie einiges beachten, damit Sie auch lange Freude an den Pflanzen haben.

  • Der Standort sollte hell und warm sein. Daher ist die Fensterbank ideal. Heizungsluft macht Kakteen in der Regel nichts aus.
  • Gleichzeitig muss der Standort gut belüftet sein, allerdings mögen Kakteen keine Zugluft.
  • Um ideale Ergebnisse zu bekommen und eine lange Lebensdauer zu gewährleisten, sollten Sie Kakteen immer in spezielle Kakteenerde pflanzen. Der pH-Wert liegt hier bei 5,5 bis 6,5.
  • Wenn Sie Kakteen wenig gießen, macht das nichts, wenn Sie zu viel gießen, dann schon. Denn das mögen sie gar nicht. Gießen Sie einmal ausreichend und dann erst wieder, wenn die Erde oder das Substrat fast ausgetrocknet ist. Wichtig ist dabei die Größe der Pflanzen. Je größer umso seltener brauchen sie Wasser.
  • Während der Wachstumsphase tut dem Kaktus ein entsprechender Dünger gut.
  • Kakteen wachsen in der Regel sehr langsam, ein Umtopfen ist meist nicht nötig.
  • Sofern Sie Kakteen zu feucht halten, kann sich Fäulnis bilden und der Pflanze schaden. Symptome sind unter anderem weiche Pflanzteile, dünne Triebe, gelbliche oder rötliche Verfärbungen, vorzeitiges Abfallen von Knospen.

Kakteen vermehren

Sie wollen Nachwuchs? Also bei Ihren Kakteen … Dann können Sie die Pflanzen auf zweierlei Arten vermehren:

  1. Aussäen
    Dazu brauchen Sie Kaktussamen, die Sie leicht in Kaktuserde drücken und anschließend gießen. Wichtig dabei ist, dass der Anzuchttopf mit einer Plastikfolie umwickelt wird. Dort hinein werden kleine Löcher gestochen, damit Luft ran kann. So bildet sich ein feuchtes Klima, das ideal ist für das Wachstum. Alternativ können Sie auch ein Minigewächshaus nutzen. Wenn die Jungpflanze die ersten Dornen bildet, kann die Abdeckung entfernt werden. Besonders für die Aussaat geeignet sind Arten wie Echinopsen, Rebutia und Mammillaria.
  2. Stecklinge
    Besitzt Ihr Kaktus Triebe, die in Segmenten wachsen und sich abtrennen lassen, dann können Sie die Pflanze auch über Stecklinge vermehren. Schneiden Sie mit einem Messer ein Segment ab und geben es in Anzuchterde. Auch darüber wieder eine Plastikhaube geben und gießen.

Noch ein Tipp: Tragen Sie beim Arbeiten mit Kakteen immer Handschuhe, alternativ greifen Sie den Kaktus vorsichtig mit einer Grillzange, denn die kleinen, dünnen Dornen sind gemein. Sie bohren sich leicht in die Haut, können dort Entzündungen hervorrufen und lassen sich nur schlecht entfernen.

Wenn Kakteen krank werden

Eigentlich sind Kakteen robust, allerdings sind sie nicht vor Schädlingen und Krankheiten gefeit. Für Krankheiten können Bakterien und Viren verantwortlich sein, häufiger aber Pilze.

  • Brennfleckenkrankheit
    Braune Flecken, die rissig und hart werden, deuten auf diese Krankheit hin. Schneiden Sie betroffene Stellen aus der Pflanze heraus und behandeln Sie die Schnittstellen mit Aktivkohle.
  • Stammfäule, Wurzelfäule, Stängelfäule
    Hierbei dringen Erreger aus dem Substrat durch Verletzungen in den Kaktus ein. Sie können versuchen, obere Segmente abzuschneiden und neu zu pflanzen, ansonsten müssten Sie den gesamten Kaktus entsorgen.
  • Epiphyllum Mosaikkrankheit
    Eine der häufigsten Krankheiten bei Kakteen. Tauchen gelbe Flecken auf, die einsinken, ist der Kaktus in der Regel nicht mehr zu retten.
  • Weitere Erkrankungen sind Schwarzer Rußtaupilz (schwarzer Belag) und Rhizoctoniafäule (weißer Belag). Auch hier können Sie versuchen, befallene Stellen auszuschneiden und so den Kaktus zu retten, was meist nicht wahrscheinlich ist.

Schädlinge treten bei Kakteen selten auf, dennoch kann es vorkommen. Hier die wichtigsten Vertreter:

  • Läuse
    Kakteen können von Schmierläusen oder Wollläusen befallen werden. In diesem Fall muss die Pflanze sofort isoliert werden. Sammeln Sie wenn möglich die Läuse mit einer Pinzette ab und sprühen Sie den Kaktus mit einer Seifenlösung (15 ml Schmierseife und 12 ml Spiritus auf 1 Liter Wasser) ein. Auch können Sie den Kaktus mit Neemöl oder Spiritus betupfen.
  • Trauermücken
    Lästig aber für die Pflanze ungefährlich, können Sie diese Schädlinge mit Gelbtafeln und dem Wechseln des Substrates in den Griff bekommen.
  • Weiße Fliegen
    Ein Befall mit der Weißen Fliege sollte immer einen Substratwechsel und den Einsatz von Schlupfwespen nach sich ziehen. Alternativ das Substrat wechseln und für Trockenheit und kühle Luft sorgen.
  • Spinnmilben
    Diese Schädlinge treten vor allem bei zu trockener Heizungsluft auf. Spülen Sie die Kakteen mit Wasser ab und packen Sie sie für ein paar Tage luftdicht in eine Tüte ein. Dieses feuchte Klima tötet die Spinnmilben ab.

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