Anzuchterde: sinnvoll oder unnötiger Schnickschnack?

Man muss sicherlich nicht alles mitmachen, was einem Experten raten. Daher wollen wir heute einmal nachforschen, wie es sich mit Anzuchterde verhält. Ist es sinnvoll, Jungpflanzen in Anzuchterde großzuziehen oder tut es auch ganz herkömmliche Erde? Dazu muss man wissen, dass die Blumenerde für Jungpflanzen besonders auf diese ausgelegt ist.

Was ist Anzuchterde?

Optisch sieht das Substrat für Jungpflanzen wie herkömmliche Blumenerde aus. Nur was drin ist bzw. was nicht drin ist, ist hier entscheidend. Diese spezielle Erde ist zum Beispiel frei von Samen, die in herkömmlicher Erde immer wieder zu finden sind. Das merkt man daran, dass hin und wieder Unkräuter wachsen, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Bei Anzuchterde haben die Jungpflanzen die Erde ganz für sich alleine. Auch sind keine Mikroorganismen wie etwa Pilzsporen zu finden. Denn gerade diese können das Wachstum von jungen Pflanzen beeinträchtigen. Es macht also durchaus Sinn, dieses Anzuchtsubstrat zu verwenden. Geeignet ist dieses vor allem für die Aufzucht von Stecklingen.

Jungpflanzen in Anzuchterde

© cane Anzuchterde zur Pflanzenaufzucht und -vermehrung kann ganz einfach selbst hergestellt werden.

Anzuchterde selbst herstellen

Am einfachsten ist es, Anzuchterde zu kaufen. Wer das nicht möchte, kann auch Anzuchterde selbst herstellen. Aber Achtung: Das ist zwar keine Philosophie für sich, aber sollte wirklich genau befolgt werden, damit die Jungpflanzen auch gut ins Leben starten.

Die Basis ist ein Gemisch aus gewöhnlicher Zimmerpflanzenerde, Sand und reifem Kompost. Alle Teile werden zu einem Drittel beigegeben. Bevor Sie alles zusammenmischen, muss jeder Bestandteil gut durchgesiebt werden. Um die jungen Pflanzen zudem vor Pilzsporen zu schützen, sollte noch einen Holzkohleersatz beigeben, der aus reiner Kokosnussschale besteht. Übrigens: Je weniger Nährstoffe in der Erde sind, umso besser gedeihen die Jungpflanzen. Wie viele Nährstoffe in der selbsthergestellten Anzuchterde sind, kann man testen lassen.

Jetzt geht´s ab in den Ofen! Denn nun müssen Sie die Anzuchterde sterilisieren! Das hat den Sinn, dass Pilze, Bakterien und Keime abgetötet werden. Rund 30 Minuten bei 200 Grad soll diese Erde im Ofen bleiben, dann ist sie fertig. Natürlich noch abkühlen lassen, bevor Sie sie verwenden können.

Ein abschließender Tipp: Wenn Sie überprüfen möchten, ob Ihr selbstgemachtes Anzuchtsubstrat auch für Ihre Jungpflanzen das Richtige ist, säen Sie etwas Kresse aus. Diese sollte nach etwas drei Tagen zu keimen beginnen und rund eine Woche lang grün bleiben. Die Wurzeln müssen dabei weiß bleiben. Schon ist Ihre Anzuchterde einsatzbereit und wird Ihre Jungpflanzen den Weg in ein gesundes Leben ebnen.

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