Orchideensubstrat – die beste Grundlage für gesunde Orchideen

Na, haben Sie auch die eine oder andere Orchidee zuhause? Wenn ja, dann gehören Sie zu den Trendsettern, denn egal, wann und wo eine Umfrage gestartet wird, die Orchidee ist immer unter den beliebtesten Zimmerpflanzen mit dabei. Mal auf Platz 1, mal auf Platz 3, aber immer in der Spitzengruppe. Viele trauen sich ja gar nicht an die Blumen ran, denn sie sind nicht so einfach zu halten, wie andere Zimmerpflanzen. Das sieht man schon am Orchideensubstrat, das anstatt von gewöhnlicher Blumenerde verwendet wird. Bevor wir hierauf aber einen genaueren Blick werfen, kurz noch ein paar interessante Eckdaten zu Orchideen.

Weltweit gibt es rund 1.000 Gattungen mit insgesamt bis zu 30.000 Arten. Die meisten davon wachsen in den Tropen, aber es gibt auch bei uns in Europa mindestens 250 Gattungen. Der Rest kommt in Amerika, auf den Karibischen Inseln, in Afrika, Asien und in Ozeanien vor. Im Groben kann man sagen, dass Orchideen an drei verschiedenen Standorten wachsen: Auf Bäumen, auf felsigem Untergrund und in der Erde. Nun könnte man meinen, dass man Orchideen also zuhause auch einfach in Blumenerde pflanzen kann. In der Regel ist das allerdings nicht möglich.

Warum Orchideen ein spezielles Substrat brauchen

Orchideen sind Epiphyten, sogenannte Aufsitzer. Da sie sich aber nicht, wie etwa Schmarotzerpflanzen, von der Wirtspflanze ernähren, müssen sie eigenständig nach Wasser und Nährstoffen Ausschau halten. Orchideen, die auch als Luftwurzler bezeichnet werden, sind wassertechnisch wahre Überlebenskünstler. Da keine Erde vorhanden ist, die das Wasser speichert und an die Orchidee abgeben könnte, kann die Pflanze Wasser nur dann in sich aufnehmen, wenn es regnet. Das geschieht durch die Wurzeln, die sich eben an der Luft befinden und eine schwammartige Zellschicht besitzen. Sie saugen sich mit Wasser voll und können so eine lange Zeit ohne direkte Wassergaben auskommen. Zuhause geschieht dies durch das Orchideensubstrat, das Wasser speichern kann.

Gleichzeitig vertragen Orchideen keine Staunässe. Somit ist auch klar, warum sie nicht gewöhnliche Erde, sondern ein spezielles Substrat benötigen, denn hier kann sich keine Staunässe bilden, in der die Wurzeln faulen würden. Daher sollten Orchideen auch immer etwas erhöht im Topf stehen, sodass überschüssiges Wasser abfließen kann. Auch werden Orchideen nicht gegossen, sondern getaucht, wodurch anschließend überschüssiges Wasser ebenfalls abfließen kann.

Orchideensubstrat – die Zusammensetzung

Wir alle haben mit Sicherheit schon mal Orchideensubstrat gesehen. Doch was ist das überhaupt und wie ist die Zusammensetzung? Nun, es gibt zwei unterschiedliche Arten von Substraten: Zum einen organische und zum anderen anorganische Substrate.

Organische Substrate bestehen meist aus grober Rinde, aber auch aus Kokos- und Holzfasern, aus Moos, Nussschalen und aus Kork.
Anorganische Substrate können aus Perliten, Blähton, Sand, Steinwolle, Kalk oder Styropor bestehen.

In der Regel werden Orchideensubstrate aus grober Rinde angeboten. Dort finden die Pflanzen Halt, die Rinde kann sich mit Wasser vollsaugen, sie ist durchlässig und bildet somit keine Staunässe.

Orchideensubstrat selber machen

Wichtig bei den Bestandteilen des Orchideensubstrates ist, dass dieses zum einen gut abtrocknen, zum anderen aber auch gut Wasser speichern kann. Als ideal hat sich dabei eine Mischung aus unterschiedlich großen Bestandteilen herausgestellt. Kleinere Bestandteile, die nicht die extreme Saugkraft haben, versorgen die Pflanze zu Beginn mit Wasser, während größere Teile auch später noch Wasser abgeben. Achten Sie aber darauf, dass diese immer ganz abtrocknen können, da sich sonst Schimmel bilden kann.

Wenn Sie Orchideensubstrat selber mischen möchten, dann ist es immer ratsam, als Hauptbestandteil Kiefernrinde oder Pinienrinde zu nutzen. Diese Grundkomponente wird nun mit weiteren Komponenten wie Blähton, Kork, Kokosfasern, Moos, Holzwolle, Steinwolle oder Nussschalen vermischt. Sie können natürlich auch mehrere Komponenten zusammenmischen. Ja, und das war es eigentlich auch schon. Vorsicht bei Jungpflanzen, diese brauchen aufgrund der zarteren Wurzeln ein etwas feineres Orchideensubstrat, die Teile sollten also etwas feiner sein. Ja, und schon kann eingezogen werden. Geben Sie dazu etwas Substrat in den Topf. Nun vorsichtig die Orchidee mit den Wurzeln in den Topf stellen und an den Seiten weiteres Substrat einfließen lassen. Immer wieder schütteln, damit es sich nach unten absetzen kann. Fertig.

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