Bonsaierde: Nahrung für die Kleinsten

Bäume, die auf die Fensterbank passen – hätten die Chinesen die Bonsaibäume nicht vor mehr als 2.000 Jahren erfunden, wir wären um ein Stück Pflanzenkultur ärmer. Bon-sai heißt wörtlich übersetzt Schalen-Pflanze. Also Bäume im Miniaturformat, die man sich auch mal nach drinnen holen kann. Günstig sind Bonsais allerdings nicht, denn das Aufziehen dieser hübschen Pflanzen ist langwierig und nicht gerade einfach. Logisch, dass man dafür auch eine ganz spezielle Bonsaierde braucht, damit die Bäumchen auch bestens gedeihen.

Bonsaierde: darauf kommt es an

Bonsais sind etwas Besonderes, also muss es auch die Erde sein. Wer versucht, Bonsaibäume in herkömmlicher Blumenerde halten zu wollen, der wird damit keinen Erfolg haben. Denn Bonsaierde sollte folgende Eigenschaften haben:

  • Einen pH-Wert zwischen 6 und 10,5 (hier kommt es auf den jeweiligen Bonsai an, bei den meisten sollte er zwischen 6 und 7 liegen). Da der pH-Wert durch Dünger, Wasser und das Zersetzen von Pflanzenteilen beeinflusst wird, ändert sich dieser Wert oft. Sinkt er unter 6, kann dies negative Auswirkungen auf den Bonsai haben. Daher sollte die Bonsaierde den pH-Wert gut puffern können.
  • Einen guten Nährstoffgehalt.
  • Wenig Humus, wenig Lehm, keine verrottenden Bestandteile.
  • Eine gute Standfestigkeit.
  • Eine gute Durchlüftung, das heißt, dass die Erde krümelig sein muss und nicht zusammenkleben darf.
  • Eine gute Drainage, wobei die Erde auch gleichzeitig das Wasser halten sollte.

Es gibt unterschiedliche Arten von Bonsaierde. Welche hier die Beste ist, kann man so natürlich nicht pauschalisieren. Hier eine kleine Übersicht über vier der gängigsten Bonsaierden:

  • Lavagranulat: sehr fest, gute Durchlüftung, hält das Wasser sehr lange.
  • Kanuma: sehr saure Erde, gut für Bonsai Azaleen geeignet.
  • Kiryu Erde: hoher Vitamingehalt, gut für Bonsai Wacholder und Kiefern.
  • Deserussie: sehr gute Pufferwirkung beim pH-Wert, lange Körnigkeit, für viele Bonsaiarten geeignet.

Bonsaierde: was sonst noch drin ist

Die Zusammensetzung der Bonsaierde ist also sehr wichtig. Neben den gerade genannten Punkten, kann Bonsaierde auch noch folgende Komponenten enthalten:

  • Sand: Gute Wasserspeicherung, schützt vor Austrocknung.
  • Kies: Gute Drainageeigenschaften, gibt Festigkeit.
  • Ton: Viele Nährstoffe und Spurenelemente, kann Wasser kaum aufnehmen und nicht speichern.
  • Lehm: Viele Nährstoffe, gute Wasserspeicherung, gibt Flüssigkeit nach und nach ab.
  • Torf: Schutz vor Fäulnis der Wurzeln, Achtung: niedriger pH-Wert (2-4), daher sehr sauer, kann aber eine Bonsaierde mit einem hohen pH-Wert nach unten regulieren.
  • Humus: Besonders gut geeignet ist Humus für Stecklinge. Bei der Eigenherstellung sollte Humus sterilisiert werden, um Krankheitserreger und Schädlinge zu eliminieren.
  • Mulch: Sorgt aufgrund seiner Beschaffenheit für aufgelockerte Erde und somit für eine gute Sauerstoffversorgung.
  • Kokoserde: Guter Wasserspeicher.

Bonsaierde selber machen

Wer Bonsaierde selber mischen möchte, sollte sich im Klaren sein, dass jeder Baum andere Zusammensetzungen wünscht. Dies hängt von der Baumart aber auch von seiner Entwicklung ab. Daher kann hier kein allgemein gültiges Rezept niedergeschrieben werden. Da die oben genannten Bestandteile Bonsaierde immer aufwerten, kann man in diesem Fall selbst ein wenig ausprobieren. Stellvertretend für alle anderen Mischungen möchten wir aber dennoch eine Grundmischung für Sie posten.

Beim „Bonsaierde selber machen“ ist es wichtig, dass zwischen Laub- und Nadelbäumen unterschieden wird. Laubbäume mögen mehr Torfanteile, Nadelbäume mehr Sand.

  • Laubbäume: 4 Teile Torf, 4 Teile Lehm, 2 Teile Sand
  • Nadelbäume: 4 Teile Lehm, 4 Teile Sand, 2 Teile Torf

Wenn Sie Sand verwenden, nehmen Sie idealerweise sogenannten scharfen Sand, also grobkörnigen. Alternativ können Sie auch Blähton, Lavagranulat oder feinen Split verwenden. Achten Sie immer penibel genau auf den pH-Wert. Ist dieser zu hoch, mischen Sie etwas Torf dazu, ist er zu niedrig, kann Kalk helfen.

Bonsaierde selber machen ist also gar nicht so schwer, es braucht aber doch ein wenig Fachwissen. Wirtschaftlich lohnt es sich erst dann, wenn Sie mehrere Bäumchen haben, bei einem ist die Selbstmischung zu teuer.

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