Cissus: Die Kletterpflanze für drinnen

Der Cissus gehört zu den Weinrebengewächsen, lateinisch Vitaceae. Besser bekannt ist er unter seinen alternativen Namen Russischer Wein, Klimme und Königswein. Bei den Unterarten sind vor allem folgende bekannt:

  • Cissus antarctica, auch Känguruwein oder Känguruklimme. Kann über 3 Meter hoch werden, die Blätter haben eine Länge von bis zu 10 Zentimetern.
  • Cissus striata, auch bekannt als Zwergklimme. Sie ist die kleinste ihrer Art, die Blätter erreichen trotzdem einen Durchmesser von 6 Zentimetern.
  • Cissus discolor wird auch als Bunte Klimme bezeichnet. Die Blätter, die bis zu 20 Zentimeter lang werden, sind auffallend bunt gefärbt.
  • Cissus rhombifolia ist die Königsklimme oder der Königswein. Die Blätter haben an den Rändern Zacken und sind mit einem Haarflaum bedeckt.

Der Cissus gehört zu den sukkulenten Arten, das heißt, dass er Wasser gut speichert und so mit wenigen Wassergaben auskommt. Wie Sie die Kletterpflanze zudem pflegen sollten, erzählen wir Ihnen in den folgenden Zeilen.

Cissus

© PIXATERRA – Fotolia.com (#141812450 – Cissus rhombifolia / Vitis rhombifolia) Der Russische Wein kann sich den Lichtverhältnissen relativ gut anpassen.

Cissus: der Standort

Anders als bei vielen anderen Blumen ist der Cissus eine genügsame Zimmerpflanze, was den Standort anbelangt. Er kann sich den Lichtverhältnissen nämlich relativ gut anpassen und bevorzugt somit nicht unbedingt helle Standorte. Die Pflanze kann also sowohl an einem sonnigen, wie auch an einem halbschattigen oder schattigen Standort gestellt werden. Achtung: Bei zu viel Sonne können sich die Blätter braun färben.

Bei den Temperaturen ist er schon wählerischer. Am liebsten mag er es so um die 20 Grad. Es gibt einige Arten, wie etwa Cissus discolor, die bei Temperaturen unter 18 Grad die Blätter abwerfen. Während der Winterzeit, also von November bis März stellen Sie Ihren Cissus am besten etwas dunkler und vor allem kühler – 12 Grad wären hier optimal. Auch hier können manche Arten, wie Cissus discolor, die Blätter abwerfen, was aber in diesem Fall vollkommen normal ist. Sollte die Pflanze während der Vegetationsperiode Blätter verlieren, liegt es am falschen Gießen.

Cissus: die Wassergaben

Da die Klimme selbst Wasser speichern kann, muss man sie nicht allzu oft gießen. Wenn die Erde an der Oberfläche trocken ist, ist das ok, dann aber sollten Sie wieder zur Gießkanne greifen. Wenn Sie manche Sorten, wie eben die Cissus discolor, zu viel gießen, dann wirft sie – wie gerade angesprochen – ihre Blätter ab. Manchen Sie also neben der Augen- auch immer die Fingerprobe, ob die Erde noch feucht ist. In den Wintermonaten wird wenig gegossen, die Erde sollte allerdings nie komplett austrocknen.

Cissus: die Pflege

Hohe Ansprüche stellt der Cissus nicht, Sie können also herkömmliche Blumenerde oder Substrat verwenden. Auch das Düngen ist keine Wissenschaft, idealerweise geben Sie alle zwei bis drei Wochen einen Flüssigdünger während der Vegetationsphase zwischen März und November.

Wenn Sie daran denken, Ihren Cissus umtopfen zu wollen, dann sind die Monate Februar und März am besten geeignet, also noch bevor die Wachstumsperiode beginnt. Allerdings ist die Pflanze auch hierbei sehr genügsam, selbst größere Pflanzen kommen mit einem Blumentopf, der einen Durchmesser von 30 Zentimetern hat, gut zurecht. Kontrollieren können Sie den Platzbedarf daran, ob die Wurzeln unten aus dem Topf herausschauen. Ist dies der Fall, topfen Sie um, wenn nicht, reicht die bisherige Topfgröße aus.

Cissus: der Schnitt

Wie wir schon gehört haben, kann die Kletterpflanze eine Größe von bis zu 3 Metern erreichen. Für viele Wohnungen ist das zu groß. Daher sollten Sie ab und an die Schere ansetzen, um Ihren Cissus nicht nur in Form zu bringen, sondern auch in Schach zu halten.

Damit die Pflanze kompakt wächst, sollten Sie sie am Vegetationspunkt regelmäßig schneiden. Die Vegetationspunkte liegen an der Spitze der Sprossen, also dort, wo sich die Pflanze verzweigt. Durch das Abschneiden, kann sich der Cissus also weiter verzweigen. Nun kann es hin und wieder vorkommen, dass die Kletterpflanze Blätter abwirft und kahl wird. Dann ist ein Rückschnitt im Frühling anzuraten, der gut 2/3 der Pflanze ausmachen kann. Stutzen können Sie den Cissus natürlich fortwährend, indem Sie lange Triebe einkürzen, damit er nicht zu groß wird.

Cissus: der Nachwuchs

Möchten Sie Ihre Pflanze verjüngen oder neue Pflanzen ziehen, dann haben Sie zwei Möglichkeiten, den Cissus zu vermehren.

  • Senken Sie lange Triebe ab, stellen Sie einen Topf mit Anzuchterde neben die Mutterpflanze und fixieren Sie die Triebe in der Erde. So bilden sich mit der Zeit Wurzeln und es entsteht eine neue, junge Pflanze. Sind ausreichend Wurzeln vorhanden, wird die Verbindung zur Mutterpflanze gekappt.
  • Auch durch Stecklinge können Sie den Cissus vermehren. Schneiden Sie kräftige Triebe, an denen sich noch mindestens zwei Blattpaare befinden, ab. Die Stecklinge sollten eine Länge von 6 bis 8 Zentimetern haben. Sie kommen nun in Anzuchterde oder einer Mischung aus Sand und Torf, die befeuchtet wird. Geben Sie nun eine Plastiktüte über die Stecklinge und stechen Sie kleine Löcher hinein – so entsteht quasi ein Gewächshaus. Direkte Sonne mögen die Stecklinge nicht! Rund sechs Wochen später können Sie den Plastikbeutel entfernen. Gießen Sie regelmäßig aber nicht zu feucht. Wenn die Stecklinge kräftig genug sind, können Sie sie in Ihren zukünftigen Blumentopf umsetzen.

Cissus: Schädlinge und Krankheiten

Auch wenn die Klimme pflegeleicht ist, kann sie von Krankheiten oder Schädlingen befallen werden.

Schädlinge

  • Schildläuse und Schmierläuse
    Schild- und Schmierläuse leben vom Saft der Pflanze. Nährstoffe, vor allem aber Eiweiß, wird so den Pflanzen entzogen, die dadurch nachhaltigen Schaden nehmen. Der Zucker, der im Pflanzensaft enthalten ist, scheiden die Läuse wieder aus, wodurch der sogenannte Honigtau entsteht. Um Schild- bzw. Schmierläuse zu vermeiden, hilft ein heller, kühler Standort und ein lockerer, gemulchter Boden. Neben natürlichen Feinden, wie Marienkäfern, Schlupfwespen und Ohrwürmern, können Sie die Läuse auch mit folgenden Hausmitteln bekämpfen:1. Brennnesseljauche: Auf einen Liter kaltes Wasser kommen 200 Gramm frische oder 20 Gramm getrocknete Brennnesseln. Mindestens 10 Stunden ziehen lassen, Grünzeug abseihen und mit dem Sud die Pflanze besprühen.
    2. Knoblauch: Auf 1 Liter heißes Wasser kommen rund 40 Gramm frischer Knoblauch, der klein gehackt und mit dem Wasser übergossen wird. Nach einer Ziehzeit von 30 Minuten und dem Erkalten es Wassers, den Cissus mit dem Sud besprühen.
    3. Kartoffelwasser: Bevor Sie nach dem Kartoffelkochen das Wasser wegschütten, können Sie es ebenfalls auf die Pflanzen sprühen.
    4. Kernseife: Nehmen Sie 1 Liter Wasser, 50 Gramm Kernseife und etwa Olivenöl. Mischen Sie alles, bis sich die Seife aufgelöst hat. Mit der Seifenlösung nun die Pflanze besprühen.
    5. Oregano: Übergießen Sie 100 Gramm frischen oder 10 Gramm getrockneten Oregano mit 1 Liter heißen Wasser und lassen Sie das ganze 20 Minuten ziehen. Nach dem Abkühlen damit die Pflanze besprühen.Weitere Hausmittel sind Farnblätter, Rhabarberblätter, Saponien, Neem,, Alkohol, Spiritus, Natron.
  • Blattläuse
    Auch Blattläuse saugen den Pflanzensaft aus dem Cissus, die befallenen Stellen werden braun, welk und sterben ab. Wie schon bei den Schmier- und Schildläusen lassen sich Blattläuse ebenfalls durch oben genannte Methoden bekämpfen. Eine weitere Möglichkeit ist es, 200 ml Wasser mit 100 ml Milch zu mischen. Damit die Kletterpflanze besprühen und vor allem auf Blattunterseiten und neue Triebe achten.
  • Spinnmilben
    Spinnmilben saugen ebenfalls an den Pflanzen und fügen ihnen Schaden zu. Die Milben selbst sind so klein, dass man sie mit bloßen Augen kaum erkennt. Schon eher sind die Gespinste zu sehen, die sich an Blattachseln und an den Blatträndern befinden. Die Stellen, an denen die Tiere saugen, werden weiß bis braun, die Blätter sehen gesprenkelt aus. Wird nichts unternommen, ringeln sich die Blätter ein und sterben ab. Gefährlich ist aber auch der Speichel, der gefährliche Viren auf die Pflanze übertragen kann. Gegen Spinnmilben können Sie folgendermaßen vorgehen:1. Zwiebelsud: Zwiebelschalen über Nacht in Wasser einlegen und anschließend mit dem Sud die Pflanze besprühen. Auch Knoblauchschalen können Sie verwenden, damit wird der Effekt verstärkt.
    2. Sauerstoffmangel: Stülpen Sie eine durchsichtige Plastikfole über die Pflanze und verschließen Sie sie. Es darf keine Luft rankommen, nur so können Sie die Spinnmilben abtöten. Gießen können Sie den Cissus während dieser Zeit über einen Untertopf. So verpackt sollte die Kletterpflanze mindestens 10 Tage ausharren.
    3. Nikotin: Wenn Sie Zigarettenasche haben, dann geben Sie diese in Wasser und gießen Sie damit die Pflanze. Das Nikotin tötet die Spinnmilben ebenfalls ab.
  • Weichhautmilben
    Weichhautmilben sind zwar nicht so häufig wie Spinnmilben, dafür aber auch viel schwieriger mit Hausmitteln zu bekämpfen. Im Grund können Sie die oben genannten Methoden versuchen, es ist aber gut möglich, dass nichts klappt. Dann bleibt nur noch die Entsorgung der befallenen Pflanzen.

Krankheiten

  • Echter Mehltau
    Zwar taucht Echter Mehltau nicht so häufig bei Zimmerpflanzen auf, sollte der Cissus trotzdem befallen sein, hilft ein starker Rückschnitt oftmals als beste Möglichkeit. Sie können die Krankheit aber auch mit einer Milch-Wasser-Mischung oder mit Natron bekämpfen. Letzteres wird ebenfalls in Wasser gelöst – bessere Effekte verzeichnet man mit der Zugabe von Öliven- oder Rapsöl. Beides wird auf die Pflanze aufgetragen.
  • Triebwelke
    Wie der Name schon sagt, werden bei der Triebwelke die jungen Triebe befallen. Sie werden braun, welken und sterben. Befallene Stellen großzügig abschneiden. Vermeiden Sie bei einem Befall Staunässe, übermäßige Düngung und geben Sie keinen Stickstoff. Bekämpfen können Sie die Tribewelke mit Brennnesseljauche oder mit Beinwelljauche.

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