Kakteenerde – so geht es Ihren stacheligen Freunden gut

Ja, Kakteen brauchen kaum Pflege, Sie kommen mit wenig Wasser und Dünger aus, was soll da also schon passieren? Nun, auch wenn Kakteen pflegeleicht sind, haben sie doch relativ hohe Ansprüche, was die Erde und die darin befindlichen Nährstoffe betrifft. Einfach mal in herkömmliche Blumenerde pflanzen kann man versuchen, ist aber meist nicht von Erfolg gekrönt. OK, Sie können sich im Fachhandel natürlich spezielle Kakteenerde holen, doch bedient diese wirklich die Bedürfnisse von allen Kakteenarten? Wie bei anderen Pflanzen, haben auch Kakteen unterschiedliche Ansprüche. Deswegen empfiehlt es sich, gerade wenn Sie viele unterschiedliche Kakteen besitzen, seine Kakteenerde selber zu machen. Wie das geht und was Sie dafür brauchen, möchten wir Ihnen im Folgenden aufzeigen.

Zuerst einmal sollten Sie wissen, woher Ihre Kakteen kommen. Wenn sie ursprünglich aus heißen und trockenen Gebieten stammen, dann ist ein mineralisches Substrat sinnvoll, wenn sie dagegen aus gemäßigteren Breiten kommen, brauchen Sie mehr Wasser und Nährstoffe, somit ist eine humose Grundlage ideal.

Kakteenerde – die Eckdaten

Erde ist nicht gleich Erde, auch wenn sie oft gleich aussieht. Gerade für die stacheligen Freunde braucht es eine Grundlage, aus der die Pflanzen die Nährstoffe ideal verwerten können. Somit muss die Kakteenerde luftdurchlässig, nährstoffreich und feuchtigkeitsspeichernd sein. Ein wichtiger Punkt ist zudem der pH-Wert. Leider gibt es hier keinen Richtwert, denn jede Kaktusart braucht auch einen individuellen pH-Wert, um optimal gedeihen zu können.

Doch wie ist die Zusammensetzung einer guten Kakteenerde? In der Regel gibt es vier Bestandteile, wenn Sie Kakteenerde selber mischen wollen:

  • Nährstoffreicher Humus
  • Kokosfasern
  • Ton oder Lehm
  • Sand

So, und nun? Einfach in beliebigen Mengen zusammenmixen? Nein, natürlich nicht! Das Mischverhältnis sollte immer folgendermaßen aussehen:

  • ein Drittel nährstoffreicher Humus
  • ein Drittel Kokosfasern
  • ein Drittel Ton oder Lehm
  • pro Liter Erde bis zu 30 Gramm Sand beimischen

Wenn die Kakteenerde statt humos rein mineralisch sein soll, dann wird folgendermaßen gemischt:

  • 50 % Blumen- oder Anzuchterde
  • 20 % Quarzsand
  • 15 % Blähton
  • 15 % Bims

Dies sind wohlgemerkt Grundmischungen, die von Kaktus zu Kaktus noch variiert werden können, je nach Anspruch eben. So könnte beispielsweise ein Granulat aus Holzkohle und Bims in Kiesform zugegeben werden.

Kakteenerde – bitte mischen!

Und jetzt alles zusammen in den Blumentopf, Kaktus rein und fertig – oder? Nein! Jetzt muss nämlich die Kakteenerde richtig gut durchgemischt werden. Verwenden Sie Kokosfasern, sollten diese ein paar Stunden in Wasser eingeweicht und danach vor der Verwendung soweit getrocknet werden, dass sie nur noch leicht feucht sind. Durch das Einweichen lassen sich die Fasern besser verarbeiten und gewinnen zudem an Volumen.

Die übrigen Zutaten werden separat zusammengestellt und nun zusammengebracht. Damit die Erde auch wirklich gut durchgemischt ist, sollten Sie einen sehr großen Behälter nutzen und die Bestandteile in kleinen Mengen beigeben. Immer schön nach und nach und immer gut durchmischen. Am besten bewerkstelligen Sie das mit den Händen. Lassen Sie die frisch gemischte Erde nun über Nacht ruhen und mischen Sie danach erneut. Dies wiederholen Sie ruhig ein paar Tage lang, damit Sie optimale Ergebnisse bekommen.

Kakteenerde – der pH-Wert

Wie schon erwähnt ist es wichtig, welchen pH-Wert Ihre Kakteenerde hat, denn jede Kaktusart hat andere Ansprüche. Den pH-Wert messen Sie am besten mit Teststreifen, die Sie im Handel, beispielsweise in Apotheken, bekommen. Wissen Sie nun den pH-Wert der Erde und den benötigten der Kakteen, dann müssen Sie den Wert gegebenenfalls senken oder erhöhen.

  • Möglichkeiten, um den pH-Wert zu senken, sind Zugaben von Salpetersäure, Phosphorsäure, Ammoniumnitrat, Zitronensäure oder Harnstoff
  • Möglichkeiten, um den pH-Wert zu erhöhen, sind Zugaben von Kaliumhydroxid, Kaliumbikarbonat, gemahlener Kalk oder Soda.

Vielleicht stellen Sie sich die Frage, warum der pH-Wert überhaupt so wichtig ist. Nun, das liegt daran, dass er die Löslichkeit von Mineralstoffen und Spurenelementen beeinflusst und auch für die Tätigkeit von Bakterien und Enzymen verantwortlich ist.

Kakteenerde – die Gattungen und ihr Bedarf

Werfen wir nun einen Blick auf die wichtigsten Kakteenarten und darauf, wie hoch der Nährstoffbedarf ist.

  • Ariocarpus
    Nährstoffbedarf: gering
    Mineralischer/organischer Anteil: Sehr hoher mineralischer Anteil
  • Astrophytum
    Nährstoffbedarf: mäßig
    Mineralischer/organischer Anteil: Hoher mineralischer Anteil
  • Aztekium
    Nährstoffbedarf: mäßig
    Mineralischer/organischer Anteil: Hoher mineralischer Anteil
  • Chamaecereus
    Nährstoffbedarf: mäßig
    Mineralischer/organischer Anteil: Hoher organischer Anteil
  • Echinopsis
    Nährstoffbedarf: mäßig
    Mineralischer/organischer Anteil: Hoher organischer Anteil
  • Lophophora
    Nährstoffbedarf: mäßig
    Mineralischer/organischer Anteil: Hoher mineralischer Anteil
  • Obregonia
    Nährstoffbedarf: gering
    Mineralischer/organischer Anteil: Hoher mineralischer Anteil
  • Pilosocereus
    Nährstoffbedarf: mäßig
    Mineralischer/organischer Anteil: Hoher organischer Anteil
  • Selenicereus
    Nährstoffbedarf: hoch
    Mineralischer/organischer Anteil: Hoher organischer Anteil
  • Trichocereus
    Nährstoffbedarf: gering
    Mineralischer/organischer Anteil: Hoher mineralischer Anteil
  • Turbinicarpus
    Nährstoffbedarf: gering
    Mineralischer/organischer Anteil: Sehr hoher mineralischer Anteil

Kakteenerde: hilfreiche Tipps zum Schluss

Sie sehen, Kakteenerde selber machen ist kein Hexenwerk. Trotzdem gibt es noch ein paar nützliche Tipps, mit denen es Ihnen ein wenig leichter fällt und Ihre Kakteen noch besser gedeihen:

  • Wenn Sie Lavabruch, Bims oder Blähtonbruch verwenden, achten Sie darauf, dass die Körnung zwischen vier und sechs Millimetern liegt. So finden die feinen Wurzeln der Pflanzen entsprechend guten Halt.
  • Hat Ihr Kaktus einen hohen Nährstoffbedarf, dann empfiehlt es sich, reifen Kompost zuzugeben. Auch hier immer gut und gründlich mischen.
  • Es ist auch möglich, als Grundmischung handelsübliche Kakteenerde zu verwenden und diese dann mit den entsprechenden Zutaten zu verfeinern.
  • Sofern Sie Kakteenerde übrig haben, können Sie diese auch lagern. Dies geschieht idealerweise kühl und trocken. Schützen Sie die Erde vor Regen und achten Sie auch darauf, dass Sie vor dem Lagern gut getrocknet wurde, da sich sonst Schimmel bilden kann.

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