Trauermücken – tierische Begleiter vieler Pflanzen

Woher haben die Trauermücken Ihren Namen? Vielleicht, weil der Pflanzenfreund Trauer trägt, wenn diese kleinen Insekten bei ihm auftauchen. Möglich, aber eher unwahrscheinlich. Nein, die Trauermücken haben ihren Namen aufgrund Ihres Aussehens, der dunklen Körperfärbung und der dunklen Flügel. Aber vermutlich ist es Ihnen ganz egal, woher der Name stammt, vermutlich wollen Sie diese Biester lieber heute als morgen loswerden. Kein Wunder, wird nichts dagegen unternommen, können sie zu einer regelrechten Plage werden.

Der lateinische Name der Trauermücke lautet Sciaridae, weltweit gibt es über 1.800 Arten, allein in Deutschland sind es 600. Die Lebenserwartung von Trauermücken liegt bei rund einer Woche. Das hört sich nun nicht dramatisch an, wenn man allerdings weiß, dass innerhalb dieser Zeit rund 200 Eier pro Mücke gelegt werden und die Larven sich in den nächsten drei Wochen zu neuen Mücken entwickeln, können Sie sich vorstellen, wie es bald in Ihrem Blumentopf aussehen könnte, wenn sie Trauermücken nicht bekämpfen.

Wie gelangen Trauermücken in die Blumenerde?

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Sie sich Trauermücken einhandeln können. Entweder werden diese bereits mit der Erde mitgeliefert, denn auch hochwertige und teure Blumenerde ist vor einem Befall nicht gefeit. Die zweite Möglichkeit ist das Einschleppen mit den Pflanzen. Auch wenn Sie beim Kauf der Pflanzen keine Mücken feststellen, heißt das noch lange nicht, dass diese nicht schon in der Erde heranwachsen, denn die Larven sieht man nicht. Da die Insekten im Haus keine natürlichen Fressfeinde haben, können sie sich in Ruhe vermehren.

Die Trauermücken selbst sind für die Pflanzen nicht gefährlich, können allerdings indirekt für Schäden sorgen, indem sie Viren und Pilze übertragen. Die Larven können dagegen direkte Schäden anrichten. Vor allem Jungpflanzen wie Stecklinge und Sämlinge sind davon betroffen, denn diese sind noch nicht kräftig genug, um den Fraßschaden, den die Larven an den Wurzeln hinterlassen, zu kompensieren. Durch die angefressenen Wurzeln können wiederum Bakterien eindringen und die Pflanze nachhaltig schädigen. Das Schadbild zeigt sich im Absterben einzelner Pflanzenteile (auch lokal) und in hohlgefressenen Stängeln. Sofern Sie also diese Plagegeister an Ihren Zimmerpflanzen bemerken, sollten Sie schnell handeln und die Trauermücken bekämpfen.

So werden Sie Trauermücken wieder los

Wie schon gehört, sind die Mücken selbst in der Regel keine Gefahr, wohl eher lästig. Bekämpfen sollten Sie daher vor allem die Larven, damit diese keine Schäden anrichten können und die Population nicht weiter steigen kann. Gegen die Mücken können Sie übrigens auch etwas unternehmen. Wenn Sie sogenannte Gelbsticker oder Gelbtafeln verwenden, können Sie der größten Plage schon mal Herr werden. Die gelbe Farbe zieht die Trauermücken an, da die Tafeln mit einer klebrigen Substanz überzogen sind, bleiben die Insekten daran kleben.

Nun aber zu den Larven. Diese können Sie auf unterschiedliche Arten loswerden. Zum einen können Sie sie biologisch bekämpfen, zum anderen gibt es auch eine Reihe von Hausmitteln.

Biologische Bekämpfung

  • Das Nonplusultra sind SF-Nematoden (Steinernema feltiae). Dabei handelt es sich um Fadenwürmer, die normalerweise im Boden vorkommen. Diese Fadenwürmer können Sie kaufen (sieht in der Tüte wie Pulver aus). Sie werden in lauwarmes Wasser eingerührt und anschließend damit die betroffenen Pflanzen gegossen. Die Fadenwürmer kümmern sich alsbald um die Larven der Trauermücke und fressen diese auf, ehe auch sie absterben. Sie sind für Mensch und Tier vollkommen ungefährlich, ein Einsatz ist also unbedenklich. In der Regel dauert es bis zu zwei Wochen, bis die Nematoden ihre Arbeit gemacht haben, gegebenenfalls müssen Sie noch einmal nachbehandeln.

Mit Hausmitteln bekämpfen

  • Mit einem Mix aus Wasser, Öl, Salz und Backpulver werden betroffene Pflanzen gegossen, die Larven sollten dadurch abgetötet werden.
  • Streichhölzer mit dem Kopf nach unten in die Erde stecken – der Schwefel wird an die Erde abgegeben und die Larven sterben. Achtung: Nur bei geringem Befall durchführen, zu viel Schwefel schädigt sonst die Pflanzen.
  • Eine Mischung aus einem Liter Wasser und 20 Tropfen Neemöl kann ebenfalls die Abtötung der Larven begünstigen.

Es werden auch immer wieder Knoblauch oder Zimt als Hausmittel genannt. Durch den Geruch werden allerdings nur die lebenden Fliegen vertrieben, die Larven in der Erde mögen den Geruch zwar auch nicht, werden davon aber nicht getötet. Alternativ können Sie die Pflanze auch neu eintopfen. Die alte Erde wird dabei entfernt, der Topf gut ausgewaschen und die Erde um die Wurzeln vorsichtig mit der Dusche entfernt.

Trauermücken vorbeugen

Als Prophylaxe vor einem Trauermückenbefall wird immer wieder genannt, man solle hochwertige Erde nehmen. Das ist nur bedingt richtig, denn auch darin können sich Larven befinden. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, wie Sie prophylaktisch tätig werden können:

  • Erde sterilisieren: Wenn Sie neue Erde gekauft haben, können Sie diese vor der Verwendung im Backofen bei 150 bis 180 Grad rund 30 Minuten desinfizieren. Dadurch werden Larven abgetötet. Möglich ist das Ganze auch in der Mikrowelle. Bei 700 Watt dauert es nur fünf Minuten.
  • Trauermücken mögen es feucht. Wenn Ihre Pflanzen also regelmäßig gegossen werden, können sich die Larven prima entwickeln. Es sollte immer die oberste Erdschicht ganz abgetrocknet sein, ehe Sie wieder gießen. Allerdings brauchen einige Pflanzen nun mal mehr Wasser als andere, zu wenig Gießen könnte der Pflanze also schaden.
  • Um die oberste Schicht trocken zu halten, können Sie auch automatische Gießsysteme wie Bewässerungskugeln nutzen.
  • Statt Erde könnten Sie beispielsweise auf Perlit oder andere mineralische Substanzen umsteigen, hier haben Trauermücken keine Chance.
  • Wenn Sie auf die Erdoberfläche eine Schicht aus Quarzsand geben – rund zwei Zentimeter – sorgen Sie dafür, dass Trauermücken nicht mehr an die Erde gelangen und Larven nicht mehr herauskommen können.

Und noch ein Tipp zum Schluss. Stellen Sie befallene Pflanzen möglichst solitär, denn Trauermücken machen vor anderen Blumentöpfen natürlich nicht Halt. Legen diese Ihre Eier woanders ab, geht das Ganze wieder von vorne los.

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