Leuchterblume (Ceropegia woodii)

In der Regel finden die meisten Zimmerpflanzen ihren Platz auf der Fensterbank, die größeren und sehr groß geratenen Exemplare hingegen werden direkt auf den Fußboden gestellt. Natürlich in der Nähe der Fenster, damit die Pflanzen ausreichend Licht bekommen. Seltener hingegen zieren die rankenden Vertreter die lichtdurchfluteten Ecken in den vier Wänden. Damit das nicht so bleibt, möchten wir Ihnen die Leuchterblume vorstellen.

Denn diese Pflanze, die Sie vielleicht auch als Rosenwein kennen, ist ein echter Hingucker. Auch wenn sie nicht sonderlich auffällig daher kommt, wie so manch andere Zimmerpflanze, hat sie dennoch so manche Vorzüge, die Sie vielleicht schätzen werden.

Leuchterblume

© cane Bei der Leuchterblume handelt es sich um einen immergrünen und plegeleichten Sukkulenten.

Wie es sich für einen Sukkulenten gehört, ja Sie haben richtig gelesen, ist die Leuchterblume anspruchslos und vollkommen pflegeleicht – sie läuft quasi nebenher und ist eine ideale Pflanze für den Anfänger. Die immergrüne Zimmerpflanze kann aber nicht nur hübsch ranken, sondern auch blühen. Ist Ihr Interesse geweckt?

Leuchterblume – giftiger Vertreter?

Mal ließt man dieses, mal jenes – es gibt also keine konkrete Aussage darüber, ob Leuchterblumen nun giftig sind oder nicht. Tatsache ist aber, dass sie ein Familienmitglied der Hundsgiftgewächse sind. Und diese Vertreter sind nicht selten giftig. Wenn Sie Haustiere haben und Ceropegia woodii nicht so platzieren können, dass die Pflanze unerreichbar für die Vierbeiner ist, ist es vielleicht ratsam, Ausschau nach einer anderen Zimmerpflanze zu halten.

Blütezeit der Leuchterblume

Die Blüten der Leuchterblume sind zwar klein und fallen daher nicht sonderlich auf, sind aber dennoch hübsch anzuschauen. Allerdings bildet der Rosenwein nur an wirklich hellen Standorten nahezu das gesamte Jahr über die rosa Blüten aus – unsere Leuchterblume blüht gerne im Spätherbst und präsentiert dann ihre ungewöhnlichen Röhrenblüten.

Leuchterblume Wuchshöhe

Eine Wuchshöhe gibt es bei der rankenden Leuchterblume natürlich nicht. Die einzelnen Triebe können allerdings etwa zwei Meter lang werden.

Diese langen ranken der wuchsfreudigen Zimmerpflanze können Sie auch aufbinden – beispielsweise an einen hübschen Drahtring oder ganz romantisch an ein Drahtherz.

Leuchterblume

© cane An hellen Standorten bildet die Leuchterblume ihre kleinen rosa Blüten aus.

Leuchterblume Standort

Ceropegia woodii bevorzugt einen hellen Standort, der gerne ein wenig sonnig sein kann. Die Pflanze akzeptiert auch ein Plätzchen im Halbschatten. Dann verblasst allerdings die schöne Blattfärbung.

Dem Rosenwein behagt die ganz normale Zimmertemperatur. Im Sommer, sofern keine tropischen Temperaturen herrschen, kommt die Pflanze problemlos mit wärmeren Tagen zurecht. Im Winter bevorzugt die Pflanze Temperaturen zwischen acht bis 12 Grad Celsius, kommt aber auch im Winter im normal geheizten Wohnzimmer zurecht – nicht jeder Pflanzenliebhaber kann seinen Schützlingen ein Winterquartier bieten.

Unsere Leuchterblume verbleibt das komplette Jahr im Wohnzimmer – bisher gab es keine Probleme. Noch immer wächst und gedeiht sie, und es zeigen sich ab und an Blüten.

Leuchterblume gießen

Leuchterblumen benötigen keine Unmengen an Wasser. Im Gegenteil. Vermeiden Sie zu viel Wasser und vor allem Staunässe. Gießen Sie eher sparsam als übermäßig.

Während der lichtarmen Jahreszeit wird die rankende Pflanze eher sporadisch gegossen. Achten Sie in dieser Zeit besonders darauf, dass das Substrat nicht zu feucht gehalten wird. Gießen Sie erst wieder, wenn die Blumenerde leicht angetrocknet ist.

Leuchterblume düngen

Leuchterblumen sind wirklich sehr genügsame Gesellen. Das gilt auch für die Nahrungsergänzung in Form von Dünger. Während der Wachstumsperiode – also von April bis September – können Sie die rankende Zimmerpflanze düngen. Sie können alle zwei bis vier Wochen einen Dünger verabreichen. Zum Düngen können Sie einen speziellen Kakteendünger verwenden oder aber auch einen ganz normalen Flüssigdünger. Den handelsüblichen Flüssigdünger verdünnen Sie am besten – ein Zuviel an Nährstoffen schadet eher der Pflanze, als dass sie einen Nutzen davon hat.

Substrat

Als Substrat eignet sich ganz normale Kübelpflanzen- oder Einheitserde. Damit das Substrat ein etwas lockerer und durchlässiger wird, mischen Sie am besten noch ein wenig Sand unter.

Leuchterblume umtopfen

Das Frühjahr ist der geeignete Zeitpunkt für das Umtopfen der Leuchterblumen. Wenn Sie möchten, können Sie ihre Pflanze jährlich in einen neuen Topf setzen – Sie können aber auch gerne ein weiteres Jahr abwarten. Denken Sie beim Umtopfen daran, das Substrat zum Auflockern mit ein wenig Sand zu mischen.

Leuchterblume vermehren

Sie möchten gerne weitere Leuchterblumen in Ihren vier Wänden platzieren, aber keine neuen Pflanzen kaufen? Dann vermehren Sie doch ganz einfach Ceropegia woodii selbst. Ohne Probleme gelingt die Vermehrung durch die von der Pflanze selbst „produzierten“ Brutknöllchen oder aber auch durch Stecklinge.

Entfernen Sie vorsichtig die einzelnen Brutknöllchen. Danach drücken Sie diese in einen mit Sand gefüllten Topf oder ein anderes Gefäß, das Sie gerade zur Hand haben und sich für die Vermehrung eignet. Halten Sie das Substrat ganz leicht feucht, damit sich Wurzeln und die ersten Stängel ausbilden können. Verlieren Sie allerdings nicht die Geduld – es dauert einige Wochen, bis die ersten Wurzeln richtig sichtbar sind.

Während der Wachstumsperiode können Sie für die eigene Vermehrung Stecklinge von der Pflanze schneiden. Bevor Sie die Stecklinge in ein geeignetes Substrat stecken, lassen Sie die Schnittflächen gut abtrocknen. Sobald die Flächen trocken sind, können Sie die Stecklinge in den vorbereiteten Topf stecken – als Substrat eignet sich ein Gemisch aus Blumenerde und Sand. Halten Sie das Substrat ebenfalls leicht feucht, keinesfalls nass.

Leuchterblume

© cane Die Leuchterblume ist sehr schnittverträglich und lässt sich ohne Probleme kürzen.

Egal, für welche Art der Vermehrung Sie sich entscheiden … stellen Sie die Stecklinge beziehungsweise Brutknollen an einen hellen Platz, der nicht der direkten Sonne ausgesetzt ist. Ist die Sonneneinstrahlung zu stark, können die noch sehr jungen Triebe verbrennen.

Leuchterblume schneiden

Der Rosenwein lässt sich ohne Probleme kürzen. Am besten schneiden Sie die rankende Zimmerpflanze zum Frühjahrsbeginn mit einer scharfen Schere oder Gartenschere. Wenn es nicht anders möglich ist, da die Triebe vielleicht zu lang geworden sind, können Sie die Pflanze auch während der Wachstumsperiode schneiden. Nach einiger Zeit wachsen die Triebe wieder. Legen Sie am besten einige Blätter einer Haushaltsrolle unter die verbliebenen Triebe, da die Leuchterblume „blutet“.

Die abgeschnittenen Triebe können Sie, wenn Sie möchten, ganz einfach zur Vermehrung verwenden und so neue Leuchterblumen selber ziehen.

Tipps zur Pflege der Leuchterblume

Sie haben einen Freisitz und viele Ihrer Zimmerpflanzen verbringen den Sommer an der frischen Luft? Vielleicht haben Sie noch ein Plätzchen frei, denn die Leuchterblume kann während der Sommermonate mit nach draußen. Achten Sie beim Rausstellen der Zimmerpflanzen darauf, dass sie nach der lichtarmen Jahreszeit nicht sofort der direkten Sonne ausgesetzt sind. Stellen Sie die Pflanzen für die ersten zwei Wochen in den Halbschatten, damit sie sich an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen können.

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2 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Klaus Mai, Augustdorf #

    Ergänzung zu Vermehrung:
    Die Pflanze lässt sich sehr gut auch bei sommerlichen Temperaturen im Freiland halten, nicht zu schattig. Hier können die Blüten von winzigen Insekten befruchtet werden und zwar sehr erfolgreich. sie bilden je Blüte bis zu 6 cm lange schmale doppelte Hülsen aus,. In denen wachsen dicht gedrängt flugfähige Samen heran.
    Deren Keimfähigkeit ist erstaunlich. Ich habe im letzten Sommer auch ungewollt viele Jungpflanzen gehabt, die ich nicht unterbringen konnte.

  2. cane #

    Einen lieben Dank für die informative Ergänzung!