Spezialerde: Luxus oder sinnvolle Wachstumshilfe?

Jeder möchte gesunde Pflanzen haben. Nur wie gelingt das? Temperatur, Sonneneinstrahlung und die Menge an Gießwasser spielen dabei eine ebenso große Rolle, wie die richtige Erde. Daher wollen wir uns heute folgende Frage etwas genauer betrachten: Welche Erde ist die richtige?

Man könnte durchaus annehmen, dass Spezialerden nur deswegen erfunden wurden, um den Umsatz der Hersteller zu steigern. Doch kann es durchaus sinnvoll sein, Spezialerde für Zimmerpflanzen zu nutzen. Der Grund: Pflanzen beziehen ihre Nährstoffe aus der Erde und jede Pflanze braucht etwas anderes. Daher kann man die Frage, „brauchen Pflanzen wirklich Spezialerde?“ durchaus mit „ja“ beantworten. Allerdings kann auch herkömmliche Blumenerde ausreichen. Ja, wie jetzt? Wir wollen das mal etwas genauer beleuchten.

Spezialerde oder Einheitserde?

Viele von Ihnen werden womöglich für Ihre Zimmerpflanzen Einheitserde anstatt Spezialerde verwenden. Doch schon bei Einheitserde gibt es Unterschiede, nämlich fünf verschiedene Typen.

  • Typ 0
    Der Typ 0 wird auch Nullerde genannt.
    Er wird für Stecklinge und Aussaaten genutzt.
  • Typ T
    Der Typ T heißt auch Topferde.
    Ihn verwendet man für ausgewachsene und besonders starkzehrende Pflanzen.
  • Typ P
    Den Typ P nennt man auch Pikiererde.
    Genutzt werden kann dieser Typ für die meisten Pflanzen, da er wenig Dünger enthält.
  • Typ VM
    Der Typ VM wird Vermehrungserde genannt.
    Geeignet für Stecklinge, Aussaaten, für schwach wachsende Kulturen und zum Pikieren. Enthält schnell und langsam wirkenden Dünger.
  • Typ ED 73/76
    Dieser Typ Einheitserde enthält schnell wirkenden Dünger.
    Zusätzlich ist ein Depotdünger enthalten. Dieser kann für eine Dauer von 3 Monaten nach und nach abgegeben werden.

Wird Einheitserde benutzt, sollte man den Bedarf der unterschiedlichen Zimmerpflanzen kennen und die Blumen mit entsprechenden Düngergaben versorgen. Alternativ nimmt man Spezialerden.

Die wichtigsten Spezialerden

Wie schon erwähnt, sind die Ansprüche einzelner Pflanzen recht unterschiedlich. Vor allem von Pflanzen, die eigentlich in unseren Graden gar nicht heimisch sind. Deswegen tun Spezialerden hier gute Dienste. Die einen Pflanzen brauchen lockere Erde, die anderen viel Kalk, die nächsten lieben einen niedrigen pH-Wert und so weiter. Allerdings ist es nun auch nicht so, dass Sie für jede Zimmerpflanze auch eine andere Erde brauchen. Nicht für jede – für manche sollten Sie das aber durchaus in Betracht ziehen. Lassen Sie uns mal die wichtigsten Spezialerden betrachten.

Palmenerde
Wie der Name schon sagt, ist diese Erde vor allem für Zimmerpalmen geeignet. Aber auch für andere Pflanzen, die eine lockere Erde bevorzugen. Sie enthält zudem mehr Nährstoffe als herkömmliche Zimmerpflanzenerde und speichert besonders gut Wasser, ohne Staunässe zu bilden.

Kakteenerde
Für Kakteen genauso geeignet, wie für Sukkulenten. Diese Erde hat wenig Humus und Kalk, zudem einen pH-Wert von unter 7.

Orchideenerde
Orchideen wachsen in der Natur auf Bäumen, weswegen Sie mit herkömmlicher Erde nicht zurechtkommen. Sie würden dort keinen Halt finden, zudem können die Wurzeln faulen, weil die Belüftung fehlt. Daher wird Orchideenerde benutzt, die aus Pinienrindenstücken besteht. Diese sind mit Torf, Dünger und kohlensaurem Kalk angereichert. Daher ist der Begriff „Erde“ hier eigentlich fehl am Platz, richtiger müsste man „Substrat“ dazu sagen.

Kräutererde
Wenn Sie Kräuter zuhause ziehen möchten, dann sollten Sie sich im Vorfeld informieren, welche Kräuter welche Nährstoffe bzw. Erde brauchen. Das ist nämlich sehr unterschiedlich. So möchte es Petersilie humusreich und durchlässig haben, während Rosmarin sandigen Boden bevorzugt.

Bonsaierde
Bei Bonsais sollten Sie keine Experimente machen, denn diese Pflanzen sind extrem anspruchsvoll. Die Spezialerde besteht vor allem aus Quarzsand.

Kokoserde
Diese Spezialerde ist für alle Zimmerpflanzen geeignet, die viel Wasser brauchen. Die Erde speichert Wasser besonders gut und sorgt so für eine hohe Bodenfeuchtigkeit. Angst vor Wurzelfäulnis müssen Sie nicht haben, denn trotz der hohen Feuchtigkeit ist Kokoserde besonders luftig.

Tongranulat
Bei Tongranulat handelt es sich um eine Hydrokultur, das heißt, dass die herkömmliche Erde durch Blähton ausgetauscht wird. Wird Tongranulat verwendet, sollte immer eine Wasserstandsanzeige verwendet werden. Das Tongranulat saugt Wasser auf und gibt es nach und nach an die Pflanze ab. Gedüngt wird mit einem speziellen Hydrokulturdünger und zwar alle zwei bis vier Wochen.

Gerade bei anspruchsvollen Pflanzen sollten Sie auf eine Spezialerde zurückgreifen, alle anderen werden wohl auch in herkömmlicher Zimmerblumenerde gedeihen.

Spezialerden lassen sich ebenfalls mischen, hier ist es aber wichtig, dass Sie wissen, welche Bestandteile die jeweilige Pflanze benötigt.

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