Einmal kräftig Luftholen: Wie Pflanzen atmen

Nasen haben wir an Pflanzen noch keine gesehen und auch ein Mund ist dann doch eher selten. Und trotzdem: Pflanzen atmen. Wenn auch nicht so, wie der Mensch oder die Tiere. Das heißt, dass man das Atmen nicht sehen kann. Aber sie tun es – garantiert! Denn sonst könnten sie gar nicht überleben. Mehr noch: Pflanzen atmen nicht nur, verbrauchen also nicht nur Sauerstoff, sie produzieren auch welchen. Das nennt man Fotosynthese und – ja – das hat man in grauer Vorzeit mit Sicherheit schon mal in der Schule gelernt. Eine kleine Auffrischung gefällig?

Pflanzen atmen – und das ist auch gut so

Egal, welche Pflanze wo auf der Welt lebt, wäre sie nicht da, würde weniger Sauerstoff produziert werden. Gäbe es gar keine Pflanzen, würden wir nicht existieren. Also: Pflanzen atmen und das ist für uns lebensnotwendig. Nur wie Pflanzen atmen, das wissen die wenigsten.

Dazu muss man die Blätter einfach mal rumdrehen. Und welch Überraschung: Auch dort sieht man nix. Aber eines ist sicher: Genau dort, nämlich auf den Blattunterseiten, gibt es winzige Öffnungen, die sogenannten Stomata. Und genau damit atmen die Pflanzen. Das Wort kommt aus dem Griechischen, dort bedeutet „Stoma“ Mund.

Ich erinnere mich noch an früher, als meine Mutter mal gesagt hatte, dass ich in meinem Kinderzimmer keine Pflanze bekommen würde, weil die mir den Sauerstoff wegnehmen würde. Was ein Unfug! Oder doch nicht? Wir wissen: Pflanzen verbrauchen Sauerstoff, überwiegend aber Kohlenstoffdioxid, aber durch die Fotosynthese produzieren sie auch Sauerstoff. Und da die Fotosynthese schneller abläuft, als die menschliche Atmung, wird mehr Sauerstoff beim Atmen der Pflanzen produziert, als der Mensch verbrauchen kann. Nun kommt das „Aber“: Pflanzen produzieren nur dann Sauerstoff, wenn es hell ist. Nachts also nicht, gleichzeitig wird aber Sauerstoff verbraucht. Also hatte Mutter doch Recht?

Nein, natürlich nicht. Denn den Sauerstoff wegnehmen können Pflanzen den Menschen nicht. Sie könnten allerdings dafür sorgen, dass man sich unwohl fühlt, denn die Qualität der Luft kann sich durchaus verschlechtern. Allerdings nur dann, wenn ein kleines Schlafzimmer wirklich mit Pflanzen vollgestellt ist. Also keine Panik, die Orchidee, die Bromelie oder der Drachenbaum nehmen uns noch lange nicht die Luft zum Atmen.

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