Palmenerde: Optimale Ansprüche an die Tropengewächse

Yucca Palme, Goldfruchtpalme, Steckenpalme, Majestätspalme – in unseren Wohnungen werden Palmen als Zimmerpflanzen immer beliebter. Sie kommen in der Natur vor allem in den Tropen und den Subtropen vor, vor allem in Regenwäldern ist ihre Heimat. Daran sieht man schon, dass man den Palmen zuhause eigentlich nicht die passenden Umweltbedingungen bieten kann, wenngleich die Pflanzen auch sehr anpassungsfähig sind. Trotzdem braucht es bei vielen eine spezielle Behandlung und somit auch eine spezielle Palmenerde.

Wie erkenne ich eine gute Palmenerde?

Der Handel hält unzählige Erden bereit, man könnte fast schon für jede Pflanze eine andere Erde kaufen. Das ist unnötig, denn viele Zimmerpflanzen gedeihen auch ganz prima in herkömmlicher Pflanzenerde. Bei Palmen sieht das allerdings ein bisschen anders aus. Denn die Pflanzen haben an die Erde ganz bestimmte Ansprüche:

  • Die Erde darf nicht zu locker und auch nicht zu dicht sein. Ist sie zu locker, kann die Palme austrocknen, ist sie zu dicht, kann Staunässe entstehen.
  • Gleichzeitig muss die Erde so beschaffen sein, dass ausreichend Sauerstoff an die Wurzeln kommt. Ist das nicht gegeben, können auch keine Nährstoffe aufgenommen werden.
  • Selbst bei Düngegaben kann eine Palme verhungern, wenn die Erde nicht locker genug ist.
  • Für eine gute Belüftung muss ebenfalls gesorgt werden, dann Wurzeln können schnell faulen.
  • Zu guter Letzt muss die Palmenerde der Pflanze genügend Stabilität geben.

Sicherlich haben unter den bekannten 3.000 Palmenarten viele Pflanzen unterschiedliche Ansprüche. Dennoch kann man sagen, dass die Bestandteile relativ gleich sind. Wer nun noch auf den pH-Wert achtet, kann nicht allzu viel falsch machen.

Was macht Palmenerde aus?

Wichtig bei Palmenerde ist die Zusammensetzung. Hier kann man durchaus zwischen Palmen aus feuchten Gebieten und Palmen aus trockenen Gebieten unterscheiden.

Feuchte Gebiete
– 70 % Blumen- oder Kokoserde
– 15 % Drainage
– 10 % Quarzsand
– 5 % Ton oder Lehm

Trockene Gebiete
– 50 % Blumen- oder Kokoserde
– 20 % Drainage
– 10 % Quarzsand
– 20 % Ton oder Lehm

Zwar liegen die pH-Werte, die die Palmen benötigen, meist bei Werten zwischen 5 und 9, dennoch sollte man hier – je nach Palmenart – penibel genau darauf achten. Denn ein zu hoher oder zu niedriger pH-Wert schadet der Palme. Hier ein paar Werte von gängigen Palmen:

  • Bergpalme: 6,5 bis 7,9
  • Hanfpalme: 5,5 bis 7,2
  • Kentiapalme: 5,4 bis 7,0
  • Yucca Palme: 6,0 bis 7,0
  • Weihnachtspalme: 6,5 bis 8,4
  • Steckenpalme: 5,8 bis 7,0
  • Goldfruchtpalme: 5,5 bis 6,5

Palmenerde selber machen

Nun kann man es sich einfach machen und die Palmenerde beim Händler kaufen. Wer seine Palmenerde stattdessen selber machen möchte, der sollte sich an folgende Formel halten: Von jeder Grundzutat ca. 1/3 nehmen und gut mischen. Also Pflanzenerde, (Quarz)Sand und Lehm oder Ton. Von verschiedener Seite wird auch empfohlen, Torf zu verwenden. Darauf kann man aber getrost verzichten, denn auch wenn er vielleicht für das Wachstum der Palme gut ist, ist der Torfabbau doch eher schädlich für die Umwelt. Als Alternative für Torf, der die Erde lockert und Nährstoffe speichert, erreicht man im Übrigen mit Kokoserde.

Der Vorteil selbstgemachter Palmenerde ist der, dass man für jede Palmenart die Erde ganz nach den Bedürfnissen anreichern kann. Hier abschließend noch ein paar besondere Ansprüche unterschiedlicher Palmen:

  • Die Yucca Palme braucht viele Mineralien und eine gute Drainage.
  • Die Hanfpalme freut sich über eine gute Drainage und eine Mischung, in der Kompost und Humus enthalten ist.
  • Die Bergpalme steht auf Lehm.
  • Bei Dattelpalmen hat sich eine Mischung aus Sand, Erde und Blähton bewährt.
  • Bei der Schusterpalme genügt herkömmliche Pflanzenerde.
  • Kentiapalmen genügt eine Mischung aus Erde und Sand, wobei diese Mischung gerne mit Lavagranulat aufgelockert werden kann.
  • Goldfruchtpalmen fühlen sich in einem Erdgemisch auf Kompostbasis am wohlsten.

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