Chlorose: Wenn die Pflanzen ausbleichen

Wenn wir Menschen bleich werden, dann wissen wir: Es geht uns nicht gut. Ähnlich ist es bei Zimmerpflanzen. Doch so urplötzlich wie wir werden Pflanzen nicht bleich. Das dauert etwas länger, weswegen man relativ schnell eingreifen kann – wenn man denn seine Pflanzen regelmäßig kontrolliert. Nur dann kann man die Krankheit rechtzeitig erkennen. Bei der sogenannten Bleichsucht handelt es sich um die Krankheit Chlorose. Pflanzen müssen zum Überleben Photosynthese betreiben. Können sie das nicht mehr oder nicht mehr ausreichend, dann werden sie krank – es tritt eine Chlorophyll-Mangelerscheinung auf.

Die Ursachen sind in diesem Fall relativ weitreichend. So können Bakterien und Pilze ebenso dafür verantwortlich sein, wie etwa ein Mangel an Nährstoffen. Dazu zählen Magnesium-, Eisen- und Nitratmangel, aber auch wenn Mangan und Molybdän fehlen, kann Chlorose auftreten.

So erkennt man Chlorose

Blätter haben in der Regel ein saftiges Grün, wenn die Pflanze denn gesund ist. Sofern an den Blättern die Farbe verblasst, kann dies auf Chlorose hindeuten. Dabei gibt es mehrere Arten der Krankheit, die sich nicht immer im Verblassen der Pflanzenblätter äußert. Sie Symptome sind unterschiedlich – bei Nichtbehandlung sterben die befallenen Stellen schließlich ab. Wie Chlorose behandelt wird, dazu kommen wir gleich, vorher noch ein Überblick über die Chlorosearten:

  • Bei der Spitzenchlorose beginnen die Blätter von der Blattspitze her auszubleichen. Wird nicht rechtzeitig etwas unternommen, werden die Blätter braun und sterben komplett ab. Bei dieser Chlorosenart sind vor allem die älteren Blätter betroffen. Hat Ihre Pflanze eine Spitzenchlorose, dann fehlt Stickstoff.
  • Wenn die Pflanzen unter der Flächenchlorose leiden, dann breitet sich die Krankheit von der Blattmitte aus. Anders als bei der Spitzenchlorose können hier alle Blätter betroffen sein. Allerdings sollten Sie genau hinsehen, welche Blätter befallen sind, denn danach richtet sich die Art des Mangels. Werden zuerst junge Blätter befallen, dann fehlt Zink, Kupfer oder Eisen, sind zuerst die älteren Blätter betroffen, dann ist ein Mangel an Stickstoff, Kalium, Phosphor oder Magnesium wahrscheinlich.
  • Ein typisches Mosaikmuster bildet sich auf den Blättern, wenn es sich um die sogenannte Mosaikchlorose handelt. Es kommt zu unterschiedlichen Mustern, gleichzeitig verkrümmen die befallenen Blätter.
  • Nicht nur Blätter, sondern auch Jungtriebe sind bei der Blattchlorose betroffen. Die Triebe sind gelb statt grün. Ebenso können sich junge Blätter gelb verfärben, wobei es hier typisch ist, dass anfangs die Blattadern noch grün bleiben und sich so deutlich vom gelben Blatt abzeichnen. Hier fehlt Eisen.
  • Als fünfte Art gibt es die Schlechtwetterchlorose, die bei Zimmerpflanzen, die permanent drinnen stehen, kaum vorkommt. Sie ist ähnlich wie die Blattchlorose, wobei ein Mangel an Mangan und/oder Eisen besteht.

Chlorose behandeln

Chlorose kommt bei Zimmerpflanzen nicht so häufig vor, wie bei Pflanzen, die im Garten stehen. Der Grund ist, dass die Erde für Töpfe meist die richtige Konsistenz an Nährstoffen hat. Im Gartenboden können diese Nährstoffe sich verflüchtigen, weswegen man dort regelmäßig düngen sollte.

Natürlich kann es sein, dass die Erde im Topf Nährstoffe, die die Pflanze braucht, nicht oder nicht mehr besitzt. Aus diesem Grund sollte man immer hochwertige Erde nutzen und die Zimmerpflanzen regelmäßig umtopfen. Kommt dennoch Chlorose vor, dann liegt es zumeist am zu hohen Kalkgehalt des Gießwassers. Gerade bei Pflanzen, die Kalk so gar nicht mögen, wie etwa bei der Azalee, der Erika, der Camelie oder der Gardenie kann Chlorose auftreten. In diesem Fall werden die befallenen Blätter entfernt und das Gießwasser entkalkt.

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